Seychellen, Geschichte, Ereignisse.

 

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1501
Entdeckung der Farquahr-Inseln durch den portugiesischen Seefahrer Joao de Nova.

1502
Die Inselgruppe der Seychellen im westlichen Indischen Ozean nördlich von Madagaskar, bestehend aus 33 größeren Granitinseln und rund 70 kleinen und kleinsten Korallenatollen, wird von dem portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama entdeckt. Er interessiert sich jedoch nicht weiter für die unbewohnten Inseln. 1506 werden die Seychellen das erste Mal auf portugiesischen Seekarten verzeichnet.

Ab 1608
Eine Expedition der Britisch-Ostindien-Handelsgesellschaft erkundet und kartographiert das Gebiet der unbewohnten Seychellen-Inseln.

1742
Die Franzosen unternehmen von Mauritius aus erste Expeditionen (Lazare Picault) auf die Seychellen.

1. November 1756
Die Inselgruppe wird durch die französische Krone (Nicolas Morphais) in Besitz genommen und nach dem derzeitigen Finanzminister von Frankreich, Jean Moeau de Séchelles, benannt.

Ab 1770
Die ersten Franzosen siedeln sich auf der knapp 150 Quadratkilometer großen Hauptinsel Mahé und Ste. Anne an und beginnen auf dem fruchtbaren Boden mit dem Anbau von Gemüse, Obst, Süßkartoffeln und Zuckerrohr für den Export. Für die Arbeit auf den Feldern werden schwarze Sklaven aus Afrika „importiert“. Wenig später lassen sich französische Kolonisten mit ihren schwarzen Sklaven auch auf Praslin, Silhouette, Félicité und La Digue sowie auf den südwestlich gelegenen Inselgruppen Amirante, Aldabra und Farquar nieder.

21. April 1811
Während der französisch-britischen Kriege werden die Seychellen von den Briten erobert. Sie gründen Victoria, die heutige Hauptstadt (und einzige Stadt) der Inselgruppe.

1814
Im „Frieden von Paris“ verliert Frankreich die Seychellen endgültig an die Briten, die die Inseln u.a. als Strafkolonie nutzen (bis 1960). Verwaltet werden die Seychellen vom ebenfalls britischen Mauritius aus.

1833
 Die Sklaverei wird auf den Seychellen verboten.

1893
 Es entsteht die erste telegrafische Verbindung von den Seychellen nach London.


Ab 1900
Die Kopragewinnung (Kokosnußprodukt) entwickelt sich zum wichtigsten Bereich der Landwirtschaft. Ein weiteres bedeutendes Ausfuhrprodukt ist Guano, ein hochwirksamer Dünger aus Seevogelexkrementen, der vor allem auf Bird Island nördlich der Seychellen-Hauptgruppe gewonnen wird.

1903
Die Seychellen werden eigenständige britische Kronkolonie. Verwaltungssitz des britischen Gouverneurs ist Victoria.

1948
Die Seychellen erhalten beschränkte innere Selbstverwaltung. Der Inselrat besteht vorwiegend aus französischstämmigen Großgrundbesitzern, die sich in der STPA (Seychelles Taxpayers and Producers Association) formieren.

25. Mai 1963
Die 30 unabhängigen afrikanischen Staaten (ohne Südafrika) gründen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die OAU (Organization for African Unity/Organisation für Afrikanische Einheit). Ziele der OAU sind u.a. die Entkolonisierung Afrikas und die Beseitigung der Herrschaft weißer Minderheiten. Der Zusammenschluß erhöht das weltpolitische Gewicht Afrikas, da die OAU-Mitglieder vor allem in der UNO geschlossen auftreten.

1964
Der Jurist France-Albert René gründet die sozialistische Partei „Seychelles People's United Party“ (SPUP), die sich für die Unabhängigkeit der Seychellen einsetzt.

1965
Der Jurist James Mancham gründet die konservative Partei „Seychelles Democratic Party“ (SDP), die sich für einen Verbleib der Seychellen bei Großbritannien einsetzt.

1967
Bei den ersten allgemeinen Wahlen auf den Seychellen gewinnt die SDP.

1970
Die SDP gewinnt erneute Wahlen, und James Manchan wird Chefminister der Seychellen.

1971
Mit der Eröffnung des internationalen Flughafens auf Mahé entwickelt sich der Fremdenverkehr rasch zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Seychellen.

1975
Die Seychellen erhalten volle innere Selbstverwaltung.

28. Juni 1976
Die Seychellen, gegliedert in die vier Hauptinselgruppen Seychelles, Amirante, Aldabra und Farquar, werden unabhängige Republik im Commonwealth. Erster Staatspräsident wird James Mancham. Sein Kontrahent France-Albert René wird Premierminister.

5. Juni 1977
Durch einen Putsch kommt France-Albert René an die Macht. James Mancham geht ins Exil nach London.

1979
Staatschef France-Albert René führt das Einparteiensystem ein und benennt seine SPUP in „Seychelles People's Progressive Front“ (SPPF) um. Darüber hinaus verstaatlicht er die meisten Unternehmen. Außenpolitisch sucht er eine engere Anbindung an Frankreich und fordert die Entmilitarisierung des Indischen Ozeans.

1980
Der Tourismus ist auf den Seychellen inzwischen zur Deviseneinnahmequelle Nummer eins aufgestiegen.

1981
Ein Putschversuch von Söldnern scheitert.
Kreolisch wird auf den Seychellen als offizielle Landessprache eingeführt.

Ab Januar 1992
James Machan kehrt aus dem Exil in Großbritannien auf die Seychellen zurück.
Unter dem Druck der Hauptgeldgeber Frankreich und Großbritannien leitet der marxistisch orientierte Präsident France-Albert René eine Demokratisierung der Seychellen ein.
Darüber hinaus sollen die zumeist unrentabel arbeitenden staatlich gelenkten Betriebe nach und nach privatisiert werden.

Ab 18. Juni 1993
Die Verfassung der Seychellen wird reformiert und per Referendum bestätigt.
Im Juli werden die ersten Mehrparteienwahlen durchgeführt.
Staats- und Regierungschef France-Albert René wird bei Direktwahlen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

März 1994
Die Fertigstellung einer Fabrik für Thunfischkonserven – die Thunfischbestände in den Gewässern der Seychellen zählen zu den reichsten der Welt – bedeutet für die Wirtschaft der Seychellen einen erheblichen Aufschwung.

1995
Über 110.000 Touristen machen auf den Seychellen Urlaub und bringen rund 545 Millionen Seychellen-Rupien ins Land.

31. Dezember 1996
Die Zahl der Urlaubsgäste hat sich auf fast 115.000 jährlich erhöht. Vor allem bei den Europäern stehen die Seychellen hoch im Kurs, da der Inselstaat ein besonders verträgliches Klima und herrliche Strände bietet und man zudem weder Wirbelstürme noch eine Malariainfektion befürchten muß.

1997
Die Regierung der Seychellen rechnet für das laufende Jahr mit einem weiteren Anstieg der Touristenzahlen auf rund 120.000.

22. März 1998
Mit fast 70 Prozent der abgebenen Stimmen wird France-Albert René für weitere fünf Jahre als Staats- und Regierungschef der Seychellen im Amt bestätigt. Bei den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen erringt seine SPPF (Seychelles People’s Progressive Front) 30 von 34 Sitzen, fünf mehr als 1993.

8. August 2000
Die Staats- und Regierungschefs der elf Mitgliedsstaaten der SADC (Southern African Development Community/Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika) Botswana, Lesotho, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Seychellen, Simbabwe, Südafrika, Swasiland und Tansania unterzeichnen in der namibischen Hauptstadt Windhuk einen Vertrag über die (bereits vor vier Jahren beschlossene) Bildung einer Zollunion zwischen ihren Ländern, der am 1. September in Kraft tritt. Mit dem Ziel, den Handel im südlichen Afrika zu beschleunigen und die SADC-Mitgliedsstaaten auch international konkurrenzfähiger zu machen, sollen bis zum Jahr 2008 schrittweise etwa 90 Prozent der Zölle aufgehoben und 2012 eine Freihandelszone gebildet werden. Sambia, ebenfalls SADC-Mitglied, will das Vertragswerk im kommenden Jahr unterzeichnen. Die beiden SADC-Mitglieder Demokratische Republik Kongo (Zaïre) und Angola waren wegen der herrschenden Bürgerkriege in ihren Ländern auf dem Gipfeltreffen in Windhuk nicht vertreten.

5. Januar 2001
Nach Angaben der Regierung in Victoria haben auf den Seychellen im vergangenen Jahr rund 138.000 Ausländsgäste ihren Urlaub verbracht. Somit kann die Tourismusbranche, Haupteinnahmequelle der Inselrepublik im Indischen Ozean, erneut ein erhebliches Plus verbuchen. (1999 kamen rund 128.000 Urlauber.)

2. September 2001
Bei der um zwei Jahre vorgezogenen Präsidentenwahl wird France-Albert René mit 54 Prozent der abgegebenen Stimmen für weitere fünf Jahre als Staats- und Regierungschef der Seychellen im Amt bestätigt. Laut Verfassung ist dies seine letzte Amtsperiode. Sein Gegenkandidat von der SNP (Seychelles National Party), der Pfarrer Wavel Ramkalawan, wirft Renés Partei, der SPPF massive Wahlfälschung durch Stimmenkauf und Einschüchterung vor.
 

14. April 2004
Seit dem 14,04.2004 ist James Alix Michel neuer Präsident der Seychellen (geb. 1944) und löste somit France-Albert Rene ab.


27. Dezember 2004
Die Seychellen werden auch von dem Tsunami / der Flutwelle erreicht, welche(r) von einem Erdbeben vor Sumatra ausgelöst wurde.