Die Seychellen Coco de Mer Kokosnuss/

Coco Fesse, Doppelkokosnuss.

Lodoicea maldivica / Lodoicea seychellarum .

 

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... auf den unteren Fotos ist die Coco de Mer Kokosnuss zu sehen.
Links: in naturbelassener Form. Mittig: poliert, gebeizt und lackiert. Rechts: die Coco de Mer wurde ebenfalls mit Schmirgelpapier, per Handarbeit, auf Hochglanz poliert und lackiert.
 

 

Nur auf den Seychellen wächst die Coco de Mer (Seychellennusspalme), eine gigantische Nuss mit sinnlicher Form....!

 

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Auf den Seychellen gedeiht eine gigantische Nuss. Wegen ihrer sinnlichen Form war sie lange Zeit in aller Welt begehrt. Bis ein englischer General den Schutz der Coco de Mer erkämpfte…!

Im Jahr 1768 machte ein Landvermesser namens Brayer du Barré die Entdeckung seines Lebens. Kaum nämlich, dass er den weißen Korallensand der Seychellen Insel Praslin betreten hatte, stolperte er über eine seltsame Frucht, eine Art Kokosnuss von ungewöhnlichen Ausmaßen. Das Ding war so groß wie ein Kürbis, von graubrauner Farbe und hatte zwei höchst pikante Wölbungen. Es sah aus wie ein pralles weibliches Hinterteil, aus dessen Furche einige borstige Haare wuchsen.

Brayer du Barré war überwältigt und beeindruckt. War dies womöglich die legendäre Meereskokosnuss, die seit Jahrhunderten in den Köpfen so vieler Seefahrer geisterte? Dann hatte er einen Schatz gefunden! Die Briten, sagte man, zahlten bis zu 400 Pfund Sterling für eine solche Nuss. Der Franzose drang ins Innere der Insel vor. Er stand in einem fast urweltlichen Dickicht: überragt von gewaltigen Fächerpalmen, riesige, gerade gewachsene Stämme, Blätter, von denen ein einziges ausreichte, eine Hütte zu decken. Aus dem Blattwerk hingen Gebilde, die wie enorme Penisse aussahen. Am Boden verstreut lagen zahlreiche der sinnlichen weiblichen Nüsse. Brayer du Barré war in einen verwirrend üppigen Wald geraten.


Seit alten Zeiten wurden diese Nüsse an den Küsten Indiens, Ceylons, Indonesiens, Südafrikas, besonders aber der Malediven aufgefischt. Der portugiesische Seefahrer Fernão de Magalhães berichtete während seiner ersten Weltumsegelung (1519-1522) von schwimmenden Nüssen. Sie stammten, so erfuhr er, von einem riesenhaften Baum, der auf dem Grund des Meeres wachse und seine Früchte hinauf an die Wasseroberfläche schicke. An der Küste von Java sei manchmal, in flachen Buchten, die Baumkrone sichtbar, aber wenn man nach dem Baum tauche, verschwinde er sofort. Ein Phantom also?

Magalhães' Landsmann Garcia de Orta betrieb als Arzt des Vizekönigs von Goa naturwissenschaftliche Studien. Er gab 1563 die erste ausführliche Beschreibung, erwähnte auch die auffallend weiblichen Formen der Frucht und nannte sie Coco de Maldives. Schon damals kursierten auch andere Namen: Doppelkokosnuss, Coco de Salomon und Coco de mer, Meereskokosnuss. Der deutsche Naturforscher Gmelin gab der Seychellenpalme 1791 den Namen "Lodoicea malidivica". Ein späterer Versuch, den geografisch richtigeren Artnamen "sechellarum" einzuführen, schlug fehl. Botaniker und Zoologen aus der ganzen Welt fassten in der Vergangenheit ein Mehrheitsbeschluss, stets den ältesten Namen zu verwenden, unter dem eine Art beschrieben worden ist.

Bei der Coco de Mer handelte es sich dabei offenbar um den größten Pflanzensamen der Welt. Die Bewohner der Malediven, die malaiischen und chinesischen Matrosen betrachteten sie als große Kostbarkeit.
Die Mächtigen der Welt zahlten unterdessen Schwindel erregende Summen für eine Nuss. Kaiser Rudolph II. von Habsburg (1552-1612) erwarb angeblich eine Coco de mer für 4000 Goldflorin. Sie soll das Erbstück eines holländischen Admirals gewesen sein, der sie vom Sultan von Bantam als Geschenk bekam. Schiffsladungen voller Handelsgüter wechselten den Besitzer für nur eine einzige dieser Nüsse, und die Maledivenfürsten wurden reich.

Den Landvermesser Brayer du Barré interessierten die alten Geschichten wenig. Er sah sich als gemachten Mann, brachte 30 der wertvollen Nüsse mit an Bord und berichtete begeistert von der Schatzkammer im Dschungel von Praslin. Schon ein Jahr später, 1769, ankerte das Schiff "L'Heureuse Marie" vor der Seychellen Insel Praslin, an Bord eine Crew aus Teilnehmern der Expedition Marion Dufresnes. Man lud das Schiff bis unter die Bordkante voll mit Nüssen und segelte damit nach Indien. Ein skurriler Goldrausch begann.

Dass ausgerechnet ein alter Haudegen, der britische General Charles Gordon, bewährter Kämpfer Seiner Majestät in China, Sudan, Indien und den Kapkolonien, kaum 100 Jahre später, um 1881, vor der endgültigen Ausrottung der Coco-de-Mer-Palme warnte, hat eine besondere Bewandtnis. Getrieben von religiösem Eifer und einer blühenden Fantasie, war er schon bei seinem ersten Besuch auf den Seychellen beeindruckt von der gewaltigen Pflanze.
Verkörperte nicht die Nuss ganz eindeutig Hüften und Bauch der Frau und damit den Sitz der fleischlichen Begierden? Konnte nicht der dazugehörige Baum der biblische Baum der Erkenntnis sein?

Dennoch brauchte es fast ein weiteres Jahrhundert bis die Meereskokosnuss 1978 schließlich unter strengem Naturschutz gestellt wurde. Von der UNESCO in die Liste schützenswerter Natur- und Kulturdenkmäler aufgenommen ist auf Praslin ein einzigartiger Coco de Mer Palmenwald zu bestaunen. Dort befindet sich auch die Älteste ihrer Art, deren Alter auf zirka 800 Jahre geschätzt wird.

Die Nuss, die bis zu 22,50 Kg wiegt, ist der größte Samen und die größte Baumfrucht des Pflanzenreiches, bzw. der Erde.. Sie braucht 2 Jahre um zu keimen. 7 Jahre von der Befruchtung der weiblichen Frucht bis zu deren Reife. Wenn die Nuss 9-13 Monate alt ist und das obere der Spitze gelb aussieht, ist dies die Andeutung, das die Frucht essbar ist. Es dauert etwa 25 Jahre, bevor ein Baum erstmals Früchte tragen kann. Nach ungefähr 100 Jahren erreicht die Palme ihre volle Höhe von 30 - 40 m.

Bis Anfang der 1980er Jahre exportierten die Seychellen etwa 100 Nüsse pro Jahr nach Indien, wo sie geöffnet und zur Herstellung von Medikamenten für die indische Naturheilkunde verwendet wurden. Inzwischen wurde der Export der Nuß jedoch endgültig eingestellt, und man hat die Zahl der Nüsse, die pro Jahr verkauft werden dürfen, gesetzlich limitiert. Cirka 1.000 Stück werden jährlich – je nach Größe und Art der Bearbeitung – zu Preisen zwischen 150–300 Euro als Andenken an Touristen verkauft. Eine Coco de Mer Kokosnuss darf nur mit einer "Coco de Mer Permit" ausgeführt werden, welche unbedingt beim Kauf einer Nuss beiliegen sollte. Ohne diese Bescheinigung, darf die Coco de Mer nicht ausgeführt werden.

 

 

 

Weibliche Coco de Mer Palme mit Nüssen.

Männliche Coco de Mer Palme.